Montag, 27. Januar 2014

Ohr-Implantate holen Schwerhörige aus akustischer Isolation



Mit einem Cochlea-Implantat lässt sich ein defektes Sinnesorgan ersetzen.

Hagen. Marion Hölterhoff ertaubte bereits als junge Mädchen auf dem rechten Ohr. Als sie Mitte 30 war, schwand aufgrund zweier stressbedingter Hörstürze auch an ihrem linken Ohr das Hörvermögen. Nun trägt sie Cochlea-Implantat, das ihr neue Lebensqualität beschert.

„Wenn ich mein Cochlea-Implantat abschalte, bin ich taub.“ Was Hörende als angenehmes Intermezzo der Ruhe genießen könnten, bedeutet für Marion Hölterhoff einen Rückfall in die akustische Isolation. Dabei hat sie genau diese gerade erst hinter sich gelassen. Dank eines erfolgreichen Eingriffs am Cochlear-­Implant-Centrum Südwestfalen an der HNO-Klinik des St.-Josefs-Hospitals. Eine OP, die der 57-Jährigen neue Lebensqualität beschert hat.

Diese positive Erfahrung möchte sie jetzt an andere Schwerhörige oder Gehörlose, weitere Implantat-Träger sowie deren Angehörige weitergeben und eine Plattform des Austausches ins Leben rufen. Und da sowohl der Name „Cochlea-Implant-Selbsthilfegruppe“ als auch die Abkürzung „CI-SHG­“­ arg holperig daherkommen, werden am Mittwoch, 5. Februar, erstmals „Die Hörschnecken“ zusammentreffen. Unfachmännisch, aber griffig.

Das Cochlea-Implantat (CI) ist eine elektronische Innenohrhörprothese, die bei Funktionsausfall des Innenohrs in die Innenohr-Hörschnecke implantiert wird. Damit ist es HNO-Ärzten gelungen, ein defektes Sinnesorgan zu ersetzen. Denn ein Hörgerät kann prinzipiell den Schall nur verstärken und das beim Träger noch vorhandene Hörvermögen nutzen. Das Implantat hingegen umgeht den geschädigten Teil des Innenohrs und kann den Hörnerv direkt stimulieren. Dadurch haben CI-Träger im Alltag ein besseres Sprachverständnis als zuvor mit Hörgeräten.

Stereo-Wahrnehmung weg

Marion Hölterhoff hatte als Achtjährige bereits einen breiten Wortschatz und als Leseratte obendrein ein stattliches Sprachverständnis, als sie aufgrund einer schweren Masern/Mumps-Erkrankung als junges Mädchen auf dem rechten Ohr völlig ertaubte. Ein dramatischer Hörverlust, der ihr zwar die räumliche Stereo-Wahrnehmung nahm, sie aber dennoch problemlos am täglichen Leben teilnehmen ließ.

Bis die Gesamtschullehrerin mit Mitte 30 der nächste Nackenschlag ereilte: Aufgrund zweier stressbedingter Hörstürze schwand auch an ihrem linken Ohr das Hörvermögen. „Mit 40 wollte ich das erste Hörgerät.“ Per Bicross-Versorgung wurden beidseitig wahrgenommene Töne in das noch hörfähige Ohr geleitet, um den lärmintensiven Schulalltag bewältigen zu können. „Oft fühlte ich mich überfordert – es war manchmal Hören bis zur Erschöpfung.“ Der als Segen empfundene kleine Helfer wurde häufiger zum Überlastungsfluch.
Plötzlich platzte der Knoten

Es folgten Schwindel, neue Hörgeräte und Reha-Aufenthalte. Hier traf Marion Hölterhoff erstmals mit CI-Patienten zusammen, die lange ertaubt waren und plötzlich wieder akustische Signale verarbeiten und kommunizieren konnten. „Plötzlich hatte ich keine Angst mehr, selbst eines Tages völlig zu ertauben.“ Im Oktober 2012 ließ sich die Pädagogin in Altenhagen ein Implantat in das seit ihrer Kindheit völlig ertaubte rechte Ohr einsetzen. „Zunächst war ich ein Hör-Baby – eine Woche lang nahm ich nur undefinierbare Geräusche wahr.“ Doch dann platzte eines Morgens der Knoten: Eine Lernsoftware simulierte eine Einkaufssituation.

„Shopping-Bag“ war eine Woche nach der Erstanpassung das erste Wort, das sie per CI-Technik erhören konnte. Noch am gleichen Vormittag – völlig euphorisiert – gelang es ihr im Gespräch mit ihrem Mann, die völlig neue Signalpalette schrittweise als gesprochene Sprache zu interpretieren. „Mein bereits erlangtes Sprachverständnis hat mir dabei natürlich stark geholfen, aber heute können auch schon Babys mit einem Cochlea-Implantat versorgt werden.“

Inzwischen hört Marion Hölterhoff sogar mit ihrem vertrauten Hörgerät links und dem Implantat rechts in Kombination: „Das klingt, als wenn man links deutsch und rechts chinesisch hört.“ Die Synapsen im Gehirn setzen diese Signale dann zu sinnhafter Sprache zusammen. Für die 57-Jährige ihr Rückfahrtticket in die Welt der Hörenden.

Martin Weiske

Donnerstag, 16. Januar 2014

Neues MED-EL Care Center[TM] und Research Center in Frankfurt am Main eröffnet (FOTO)

MED-EL Gründerin Dr. Ingeborg Hochmair (2. von links) und Cochlea-Implantat-Trägerin Leonie Rühl (Bildmitte vorne) eröffnen das neue MED-EL Care Center in Frankfurt am Main. Weiterer Text über OTS und www.presseportal.de/pm/62623 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: “obs/MED-EL/MED-EL Medical Electronics”


15.01.2014 | 12:47 

Starnberg / Frankfurt a. M. – Alleine in Deutschland sind etwa 15 Millionen Menschen von Hörproblemen betroffen. Mit der Eröffnung des MED-EL Care Centers in Frankfurt am Main finden seit Mitte Dezember 2013 alle Betroffenen im Rhein-Main-Gebiet eine Anlaufstelle, in der sie kompetente Hilfestellung zu den Themen Hörverlust und Hörimplantat erhalten.

Das MED-EL Care Center Frankfurt/Main vereint ein breites Spektrum an Kompetenzen und Services, das sowohl MED-EL Hörimplantat-Trägern als auch Fachleuten und allen Interessierten zur Verfügung steht. Im direkten Austausch mit Experten können sich Besucher individuell über die Technologien informieren. Menschen mit Hörimplantat steht die lokale Betreuung bei der lebenslangen Nachsorge zur Seite. Das Care Center Team stellt neben Informationen zu MED-EL Rehabilitationsprodukten und Zubehör kostenlose Systemchecks für MED-EL Hörimplantatssysteme zur Verfügung. Spezielle themenbezogene Aktionstage, während der sich Betroffene austauschen und weiterbilden können ergänzen das Angebot des Zentrums. Weitere Care Center bestehen bereits an den Standorten Berlin, Bochum, Hannover und Tübingen. Für 2014 ist darüber hinaus die Eröffnung zusätzlicher Standorte geplant.

Das MED-EL Care Center in Frankfurt dient nicht nur als eine örtliche Anlaufstelle für die Beratung und Nachsorge für Menschen mit MED-EL Hörimplantaten, sondern wird um ein Research Center ergänzt. Dieses befasst sich mit unterschiedlichen wissenschaftlichen Fragestellungen rund um das Thema Hören und ist ein Teil der Forschungs- und Entwicklungsabteilung von MED-EL. Die Ergebnisse dieser Forschungsarbeit liefern dem Unternehmen wichtige Grundlagen für die kontinuierliche Weiterentwicklung der Hörimplantatsysteme.

Dr. Hansjörg Schößer, Geschäftsführer MED-EL Care Center und Competence Center GmbH und MED-EL Deutschland: “Es freut uns sehr nach dem erfolgreichen Start der MED-EL Care Center in Hannover, Bochum, Tübingen, Berlin sowie in Nieuwegein in den Niederlanden die Eröffnung des Standorts Frankfurt am Main zu feiern. Die Nähe zu unseren Nutzern ist uns sehr wichtig. Wir möchten ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen, um ihnen das Leben mit Hörimplantat so komfortabel und einfach wie möglich zu machen. Neben Services rund um Reparatur und Wartung erhalten Betroffene praktische Hilfestellungen. So können wir dazu beitragen, dass jeder einzelne unserer Nutzer ein bestmögliches Hörergebnis erzielt. Zudem hilft uns der Austausch mit den MED-EL Nutzern auch dabei, unsere Hörimplantatlösungen stetig zu verbessern und Menschen mit Hörproblemen neue wegweisende Technologien anbieten zu können.”
Weitere Informationen zu den MED-EL Care Centern finden Sie auf care.medel.com und weiterführende Informationen zum Thema Hörverlust finden Sie auf: www.medel.com.

Mittwoch, 8. Januar 2014

Schlüsselfaktor bei der Aktienwahl

Quellen: www.n-tv.de

Auf Innovations-Champions setzen

Bei der Innovationskraft gibt es zwischen Ländern, Branchen und Unternehmen enorme Unterschiede. Stefan Eberhardt, Vermögensverwalter bei Unikat, rät Anlegern dazu, auf Aktiengesellschaften zu setzen, die sich immer wieder neu erfinden.

 
Die Schweiz ist das innovativste Land der Welt. Die Alpenrepublik erfindet ständig neue Produkte und Dienstleistungen oder entwickelt bereits bestehende weiter. In der Pharma- und Biotechindustrie zählt die Schweiz zu den global wichtigsten Standorten. Gleiches gilt für die Uhrenindustrie. Im Bereich Hörtechnologien nimmt zum Beispiel die Schweizer Sonova Holding AG die weltweite Innovationsführerschaft für sich in Anspruch. Die Palette reicht von Hörgeräten bis hin zu sogenannten Cochlea-Implantaten, mit denen Menschen mit totalem oder nahezu totalem Hörverlust erstmalig oder wieder hören können. Nestlé, der weltweit führende Hersteller von Nahrungsmitteln, hat erst vor wenigen Wochen ein Innovationszentrum im Silicon Valley gestartet, um mit neuen Lösungen die Kundenbindung über soziale Medien zu verbessern.
Auch der Global Innovation Index belegt die Innovationskraft der Schweiz. Aktuell liegt das Land hier auf Platz 1, gefolgt von Schweden und Großbritannien. Nach der zugrundeliegenden Studie, die von der amerikanischen Cornell University und der WIPO, einer Unterorganisation der Welthandelsorganisation, erstellt wird, belegt Deutschland nur Rang 15. Es liegt die Vermutung nahe, dass Länder, aber auch Branchen und einzelne Unternehmen, die innovativer als andere sind, langfristig auch höhere Gewinne erwirtschaften. Damit kommt der Innovationsfähigkeit neben Bewertungskennziffern im Investmentprozess eine entscheidende Bedeutung zu.

Samstag, 29. Juni 2013

Zwei Jahre taub Mädchen starb nach einer Operation für Cochlea-Implantat

Ein kleiner Bericht über Robert Enke

Die Umstände des Todes von Robert Enke sind in der Tat nun behoben und nun all die Welt weiss, dass echte Enkes herzkranke Tochter im Alter von 2 starb jahren wärend einer CI-Operation.

Nationaltorwart Robert Enke hat seinem Leben ein Ende gesetzt. Ein weiterer furchtbarer Schicksalsschlag für seine Familie. Vor drei Jahren war seine zweijährige Tochter Lara nach einer CI-Operation in Hannover gestorben. Lara hatte einen Herzfehler. Die Medikamente, die sie bekam, führten zu ihrer Ertaubung. Ein CI sollte  ihr das Gehör zurückgeben. Robert Enke hatte unter dem Verlust seiner Tochter sehr gelitten.

2006 war Enkes Tochter Lara, die mit einem angeborenen Herzfehler auf die Welt kam, gestorben. Der schlimmste Schicksalsschlag im Leben Enkes, der den Namen seiner Tochter auf dem Unterarm tätowiert hatte. Immer wieder wird der Schock um Laras Tod als Hauptursache für Enkes labile Psyche genannt.



Quellen: 

http://www.sourds.net/2011/12/20/deux-ans-fille-sourde-est-decede-apres-une-operation-dimplants-cochleaires/

Medinisnische Hochschule Hannover

www.mh-hannover.de/

Mehr Infos unter:

www.taubenschlag.de/Trauer