Donnerstag, 8. Mai 2014

Neues Hörerlebnis dank Gehörimplantaten

Seit elf Jahren trägt eine Brodersbyerin erst eine, später zwei Hörprothesen., nach dem sie bei einem Gehörsturz ihr Gehör verlor. Nun will die 44-Jährige eine Selbsthilfegruppe für Cochlea Implantatträger und Menschen mit Hörproblemen gründen.



Quellen: www.shz.de


BRODERSBY | Unbeschreiblich schön – nach über drei Monaten ohne Gehör, konnte Michaela Korte wieder hören, ihren Mann Michael anrufen und ihm die frohe Botschaft persönlich übermitteln. Den Augenblick vor etwa elf Jahren werde sie nie vergessen, sagt Michaela Korte aus Brodersby. Da hatte die 44-Jährige ihre erste Ohrinnenprothese, ein Cochlea Implantat (CI), in der Kieler Uniklinik implantiert bekommen.

Heute gehören ihre inzwischen zwei CI wie selbstverständlich zu ihr, sind Teile ihres Lebens, die sie nicht missen möchte. „Ich würde es wieder machen“, sagt sie und möchte vielen Menschen Mut machen, auf die moderne Medizintechnik zu vertrauen. Sie möchte einen Stammtisch, einen losen Kreis interessierter Betroffener, Angehöriger und Freunde bilden, um sich gegenseitig zu unterstützen und um Tipps zu geben.

2002 war Michaela Korte mit ihrem Mann Michael aus Berlin in seine Heimat Brodersby zurückgekommen. Im November des selben Jahres erlitt sie einen Hörsturz auf der rechten Seite. Nach anfänglicher Besserung durch eine Infusionstherapie erlitt sie einen erneuten Hörsturz und erlangte ihr Hörvermögen rechts nicht wieder. Bei 90 bis 95 Prozent aller Betroffenen sei die Infusionstherapie erfolgreich, bei ihr leider nicht, wie sie feststellt.

Sie richtete sich und ihr Leben darauf ein. Doch schon im Februar 2003 schwand auch die Hörleistung des verbliebenen linken Ohrs, bis sie ganz taub war. „Ohne hören war ich praktisch ausgeschlossen“, sagt sie rückblickend. Alle gaben sich wirklich viel Mühe, aber dennoch war es ganz schwer. Sie lernte Lippenlesen und kommunizierte über schriftliche Notizen, aber das normale Leben war vorbei. Sie informierte sich über die Möglichkeiten einer Hörprothese, eines so genannten Cochlea Implantats.

„Die drei Monate Wartezeit bis zur Operation in der Uni-Klinik Kiel waren die schlimmsten meines Lebens“, sagt sie. Die Operation in der Hals-Nasen-Ohren-Klinik selber habe einige Stunden gedauert, sie habe sie gut überstanden. Die Narben an der Schädeldecke verheilten schnell, und auch in ihrem Kopf sei alles gut genesen. Der große Tag war dann etwa vier Wochen nach der OP, als das System aus Mikrofon, digitaler Sprachprozessor, Sendespule mit Magnet und dem Implantat (aus einem weiteren Magneten, Empfangsspule, Stimulator und Elektrodenträger mit Stimulationselektroden), erstmals eingestellt wurde. Sie konnte wieder hören, der Sprachprozessor machte es möglich. Je besser die Feinabstimmung erfolgte, desto besser wurde auch das Hören. Im Jahr 2006 bekam sie auch auf der anderen Seite ein CI. Das habe allerdings 18 Monate gedauert, da ihre Krankenkasse ein zweites Implantat (rund 30 000 Euro je Seite) zunächst ablehnte.

Ihr Glück sei gewesen, dass sie vor dem Verlust des Hörens ganz normal hörte und sprach. Sie habe daher die Sprache und Modulation der Töne nicht erlernen müssen. Dies sei bei Menschen, die von Geburt taub sind, anders.

Hören lernen und üben musste Michaela Korte aber auch. Denn jedes Geräusch, dass sie mit den Implantaten hört, hört sich zunächst „blechern und maschinell, einfach anders“ an. Teilweise erkannte sie einfache Geräusche wie die von Vögeln oder überfliegenden Flugzeugen nicht. Sie musste erst die Geräuschquelle sehen, um dann das gehörte mit dem passenden Begriff abzuspeichern. Inzwischen habe sie fast vergessen, wie sich Geräusche früher anhörten, „für mich ist es heute ganz normal, wie es ist“, sagt sie überglücklich. Und auch wenn die Prothesen und Geräte des CI wartungsarm sind, so erfolgen doch regelmäßige Kontrollen, Überprüfungen des Hörvermögens und Nachsorgen in der Uniklinik.

Michaela Korte engagiert sich im Cochlea Implantat Regionalverband Nord und auch bei der Kieler HNO-Uniklinik als Patientenberaterin. Dann gibt sie als selbstbetroffene Tipps, klärt über die Möglichkeiten der Implantate auf und berichtet über ihre eigenen Erfahrungen. „Da gibt es viele Fragen und Hürden“, hat sie festgestellt. Ob über Kosten, über Schmerzen oder über die Wirksamkeit der Geräte – vieles lasse sich im Vorfeld abklären. Die nächste Selbsthilfe- oder Patientengruppe gibt es in Kiel, viel zu weit entfernt, wie Korte findet. Daher möchte sie in Schwansen oder Kappeln eine lose Gruppe aufbauen, um eine Anlaufstelle für CI-Träger, aber vor allem auch für Menschen mit Hörproblemen zu bilden. „Nicht hören können, muss nicht sein“, sagt Korte und will Mut machen, nicht aufzugeben. Korte: „Ich bin froh und dankbar, dass es die Hörprothese gibt.“

Mittwoch, 7. Mai 2014

The New Cochlear™ Nucleus® 6 Sound Processor Helps You Discover a Whole ...

A mother's journey through her child's deafness



Quellen: www.cbsnews.com

APRIL 21, 2014, 8:35 AM|Science writer Lydia Denworth's son was diagnosed with moderate to profound hearing loss around 2 years old. She explores hearing, language and the brain in her new book, "I Can Hear You Whisper: An Intimate Journey through the Science of Sound and Language." "CBS This Morning" contributor Lee Woodruff reports.

Dienstag, 6. Mai 2014

Triumph Over Deafness - British Schools for Deaf Children - 1946

FOKUS: Rebellion gegen Cochlea Implantat oder doch ein Allheilmittel?




Aus einer Diskussion der Gruppe „Informationsportal Gehörlose & Schwerhörige“ auf Facebook gab es viele Argumente verschiedener Seiten zu Thema „Rebellion gegen CI oder doch ein Allheilmittel?“. Während der Diskussion bildeten sich viele Meinungsverschiedenheiten. In diesem Artikel geht es nicht darum, eine eigene Meinung von hearZONE zu bilden, sondern eher die verschiedenen Argumente und Seiten in Bezug auf das Thema zu erleuchten.


Entscheidung auf Erfolg oder Misserfolg

Der Arzt gibt grünes Licht zur Operation. Sämtliche Risiken und Schritten des zu implantierenden Cochlea Implantats sind abgeschlossen. Nun soll auf Entscheidung des zukünftigen CI-Trägers das CI implantiert werden. Der CI-Träger hat Angst. Angst vor den Risiken, der Gefahr, dass etwas schief läuft und ein kompletter Misserfolg daraus entsteht. Eine Garantie gibt es nicht. Risiken sind überall, bei jeder Operation vorhanden und ist ein überschaubares Risiko.

 „Es gibt keine Operationen, die keine Risiken haben!“ 

Nun passiert ein Misserfolg. Selbstverständlich ist der CI-Träger frustriert und enttäuscht von seiner eigenen Entscheidung. Wie geht es nun weiter? Viele Misserfolge kommen zu einer Rebellion gegen das CI. Allergie? Entzündungen? Man hört trotzdem nicht besser als vorher? Diese Risiken waren vor der Operation klar bewusst und damit war zu rechnen.

Kommt ein Erfolg, ist der CI-Träger glücklich. Hört besser, versteht sein Umfeld und ist glücklich mit der Hörhilfe.

Informieren die Ärzte und Experten zu wenig, weil sie Geld verdienen wollen?

Jein. Ärzte und Experten sind teuer, das ist so.
Betrachten wir das Ganze aus der Sicht des Arztes: Ein Arzt muss ein Studium, gar an der Fachhochschule einen schweren Abschluss haben, welches viel Zeit, Geld und Mühe erforderte. Deswegen sind Ärzte und Experten in erster Linie teuer.

Die Experten haben also somit genug Geld in der Kasse. Es ist nicht die Aufgabe des Arztes oder des Experten verfälschte Informationen zu geben, um an Geld zu kommen. Ärzte wollen Menschen helfen, Lösungswege aufzeigen und gutes tun. Da ist auch wichtig, genau dieser Arzt mit einem solchen Herz anzutreffen.

 „Der Profit wird hier zu sehr hervorgehoben. Geld zu verdienen ist völlig legal. Eine Implantation geht halt mal nicht ehrenamtlich zu machen. Klinik und Hersteller müssen verdienen. Ein Teil des Geldes geht auch in die Forschung. Wer sich in der Gebärdenwelt gut fühlt, soll gebärden und wer ein CI bevorzugt, soll sich implantieren lassen. So einfach ist das.“
- U.R - Mitglied der Gruppe

Viele sind schlecht informiert über das CI. Mehrheitlich spricht man eher über die negativen Aspekte des CI. Das ist falsch. Denn wenn immer die negativen Aspekte des CI erläutert werden, überrollt die Angst des zukünftigen CI-Trägers schwerer und mehr, als wenn die positiven Aspekte erwähnt würden.


Freitag, 2. Mai 2014

MED-EL

MED-EL Gründer für Europäischen Erfinderpreis 2014 nominiert
Europäisches Patentamt ehrt bedeutendste technologische Innovationen der letzten Jahre



Quellen:
www.finanzen.ch

Innsbruck, Österreich (ots) - Das Europäische Patentamt (EPA) hat heute offiziell die Nominierten für den diesjährigen Europäischen Erfinderpreis bekannt gegeben. Unter den drei Nominierten in der Kategorie Lebenswerk ist auch das Ehepaar Dr. Ingeborg und Prof. Dr. Erwin Hochmair, die Gründer des Unternehmens MED-EL. Die beiden Wissenschaftler legten in den 70er Jahren den Grundstein für die Entwicklung des ersten mikroelektronischen Mehrkanal-Cochlea-Implantats und haben damit bis heute über 100.000 Menschen die Welt des Hörens eröffnet. Der Europäische Erfinderpreis ehrt jedes Jahr Wissenschaftler weltweit, die maßgeblich zu technologischem Fortschritt und wirtschaftlichem Wachstum beitragen. In der Kategorie Lebenswerk wurden vorher schon Wissenschaftler wie beispielsweise der Physiker Martin Schadt für die Entwicklung der LCD Technologie oder der Virologe Erik De Clercq für seinen Beitrag zur antiviralen Therapie geehrt. Die Verleihung des renommierten Preises findet am 17. Juni in Berlin statt.

Erfindergeist für die Gesellschaft nutzen

Der Europäische Erfinderpreis wurde im Jahr 2006 vom EPA ins Leben gerufen. Oberste Prämisse bei der Vergabe ist, die kreativen Leistungen von Erfindern aus der ganzen Welt zu honorieren. Mit innovativen Entwicklungen tragen diese maßgeblich zu technologischem Fortschritt bei und verbessern damit das Alltagsleben von vielen Menschen.

"Die Entwicklung und Markteinführung des ersten mikroelektronischen Mehrkanal-Cochlea-Implantats hat das Leben viele gehörloser Menschen grundlegend verändert. Dank dieses hochtechnologischen Gerätes haben Menschen mit mittlerem bis hochgradigem Hörverlust heute die Chance mittels elektrischer Stimulation des Hörnervs, wieder hören zu können und ein normales Leben zu führen", begründet das EPA die Nominierung von Dr. Ingeborg und Prof. Dr. Erwin Hochmair. Neben den beiden Wissenschaftlern, sind auch Forscher aus den Bereichen Medizin und Elektrotechnik in der Kategorie Lebenswerk nominiert.
Interdisziplinäre Forschung von Anfang an

Den Grundstein für die Entwicklung des modernen Cochlea-Implantats legten Ingeborg und Erwin Hochmair in den 1970er Jahren an der Technischen Universität Wien. 1977 wurde das von ihnen entwickelte, weltweit erste mikroelektronische Mehrkanal-Cochlea-Implantat erstmals in Wien erfolgreich eingesetzt. "Wir freuen uns sehr über die Nominierung für den Europäischen Erfinderpreis. Die Nominierung rückt einmal mehr die Bedeutung des Themas Hörverlust, sowie die Möglichkeiten mit Cochlea-Implantaten in den Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit", freuen sich Dr. Ingeborg und Prof. Dr. Erwin Hochmair.

Weitere Informationen zum Europäischen Erfinderpreis finden Sie unter: www.epo.org/european-inventor.

Über MED-EL

MED-EL Medical Electronics mit Hauptsitz in Innsbruck und 29 Niederlassungen weltweit ist ein führender Anbieter von Hörimplantatsystemen. Die österreichischen Wissenschaftler und Gründer des Unternehmens, DI Dr. Ingeborg und Prof. Dr. Erwin Hochmair entwickelten 1977 das erste mikroelektronische Mehrkanal- Cochlea-Implantat und legten 1990 mit der Einstellung ihrer ersten Mitarbeiter den Grundstein der Unternehmensgeschichte. Aktuell beschäftigt das Unternehmen mehr als 1500 Angestellte.

Das Cochlea-Implantat war und ist bis heute der erste tatsächlich realisierte Ersatz eines Sinnesorgans. Im Bereich implantierbarer Lösungen zur Behandlung unterschiedlicher Arten von Hörverlust bietet MED-EL mit dem Cochlea-Implantat-, dem Mittelohrimplantat-, dem EAS (kombinierte Elektrisch Akustische Stimulation) System, dem Hirnstammimplantat (ABI) sowie dem ersten aktiven Knochenleitungsimplantat weltweit die breiteste Produktpalette. Menschen in über 100 Ländern können heute mithilfe eines Produkts von MED-EL hören. Weitere Informationen finden Sie unter www.medel.com.